Ausstellung Asyl

Die Silzer Schneckepost berichtete darüber in der Ausgabe 2/2017:

Asyl ist Grundrecht!

„Platz do!“ Diese bayerische Hymne für mehr Toleranz und Platz für Flüchtende, ein Song von den Neurosenheimern und dem Martina Eisenreich Quartett, bildete den Auftakt zur Ausstellungseröffnung „Asyl ist Menschenrecht“ am 5. März im Silzer Bürgerhaus.
Marina Mandery von der örtlichen Flüchtlingshilfe im Bürgerverein Silz begrüßte über 60 Menschen, die sich informieren wollten. „Asyl ist keine nette Geste“, betonte sie, sondern „eine Errungenschaft der menschlichen Zivilisation“. Sie führte in die 37 Tafeln von PRO ASYL und Partnern ein und dankte allen an der Vorbereitung Beteiligten, besonders auch den neuen Nachbarn aus der Hauptstraße, die erschütternde und beeindruckende Texte zu ihrer Flucht und ihren Plänen geschrieben hatten. „Das Warten zermürbt“, sagte sie und verwies auf die aktuell durchschnittlich 14 Monate Wartezeit bis zur Entscheidung über den Asylantrag. „Weltweit wird das Asylrecht immer mehr ausgehöhlt“, zitierte Marina Mandery eine Einschätzung von Amnesty International.
Als Jurist fühlte sich Ortsbürgermeister Peter Nöthen herausgefordert, in seinem Grußwort nachzufragen: Ist Asyl wirklich Menschenrecht? Seine Antwort: Der oft zitierte Artikel 14 der UN-Menschenrechtskonvention sei juristisch nicht einklagbar. In Deutschland jedoch sei das Asylrecht im Artikel 16a des Grundgesetzes als einklagbares Menschenrecht verankert. „Darauf sollten wir stolz sein. Damit haben wir Vorbildfunktion übernommen, weil es aus unserem Rechtsverständnis ein Menschenrecht ist.“ Ins Gästebuch schrieb er: „Asyl ist Grundrecht.“
Beim anschließenden Rundgang durch die Ausstellung fand die Tafel „Wir in Silz“ mit Fotos und Beiträgen der Geflüchteten besonderes Interesse. Bei Tee und afghanischem Gebäck kam es zu vielen lebhaften Gesprächen.
Teile der Ausstellung wanderten ab Mitte März aus dem Bürgerhaus zur Freiwilligen Feuerwehr, in den Kindergarten oder zu anderen Veranstaltern.
(hr)